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Kindliche Sprech- und Sprachstörungen ![]()
Es besteht eine Vielfalt von Möglichkeiten, Störungen der Sprachentwicklung zu benennen und zu umschreiben:
Sprachentwicklungsverzögerung (SEV) Ausbleiben oder verzögertes, spärliches und fehlerhaftes Einsetzen der kindlichen Sprache. Es wird angenommen, dass die sprachliche Verzögerung in absehbarer Zeit aufgeholt werden kann. Sprachentwicklungsstörung (SES) Ist durch mehrere verbale Auffälligkeiten gekennzeichnet: eine bis alle Formen der Dyslalie und eine bis alle Formen des Dysgrammatismus sowie Wortschatzeinschränkungen. Dyslalie (Lautstörung) Die Aussprache gelingt nicht in angemessener Weise. Ein Laut wird durch einen anderen ersetzt: Das Tind deht zum Brieftasten. Ein Laut bzw. mehrere Laute werden ausgelassen: Der Bief fällt geich. Ein Laut wird falsch gebildet: Zunge rutscht zwischen die Zähne. Po-t (Post) Dysgrammatismus (Störung beim Erwerb und Gebrauch der Grammatik) Auslassen von Wörtern und Satzteilen: Kind geht Briefkasten, Kind Brief eingesteckt Artikelunsicherheit,Verben fehlerhaft gebeugt: Wir stecken dem Brief in der Tasche. Falsche Stellung der Wörter im Satz: Der Brief gleich rausfällt. Sigmatismus (Lispeln) Die S-Laute bzw. Zischlaute werden fehlerhaft gebildet (z. B. die Zunge tritt zwische die Zähne). Eingeschränkter Wortschatz Der Wortschatz des Kindes ist zu klein. Es kann viele Dinge noch nicht altersgemäß benennen Rhinophonie (Näseln) Offenes Näseln: Luft entweicht verstärkt durch die Nase statt durch den Mund. Geschlossenes Näseln: Der Luftstrom kommt verstärkt durch den Mund statt durch die Nase.
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Stimmstörungen
Stimmstörungen
Sie beginnen mit einer Veränderung des Stimmklanges, die Heiserkeit (Dysphonie) bzw. Tonlosigkeit (Aphonie).Dabei kann es sich um organische oder funktionelle sowie gemischte organisch-funktionelle Veränderungen des Larynx (Kehlkopf) handeln.
Therapie
Neben den nötigen ärzlichen Verordnungen bzw. mikrochirugischen Eingriffen bei organisch bedingten Dysphonien bietet die logopädische Behandlung für alle Stimmstörungen übende Verfahren in den Bereichen Persönlichkeit (psychische Ursachen ), Tonus (z.B. Entspannungsübungen, Lockerung im Kieferbereich usw.) Atmung, Stimmgebung und Artikulation an. Ziel ist es, einen möglichst funktionsgerechten und ökonomischen Stimmgebrauch zu erreichen. Die Therapie findet meist 2 mal wöchentlich in Einzelsitzungen (ca. 45 Min.) statt. Unterstützend wirken Ton- und Videoaufnahmen. Die logopädische Behandlung von Stimmstörungen erfolgt in der Regel nach ärztlicher Verordnung (privat und alle Kassen). Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben, oder Beratung wünschen, schreiben Sie uns oder rufen Sie uns einfach an. Wir helfen Ihnen gern weiter. |
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Aphasie
Eine Aphasie ist eine zentrale Sprachstörung. Sie entsteht durch einen Schlaganfall, Blutungen, traumatische Einwirkungen (Unfälle) und durch entzündliche und raumfordernde Prozesse im Bereich des Sprachzentrums (dieses befindet sich bei Rechtshändern links). Je nach Lokalisation der Schädigung kommt es zu unterschiedlichen Ausfällen im Sprachsystem.
Klinisch werden 4 Hauptsyndrome unterschieden. Wernicke Aphasie: Die Sprachproduktion ist flüssig, es fehlen aber Kontrollmechanismen, der Patient spricht oft ohne Sinn. Er ist sich seiner Störung nicht bewusst. Das Sprachverständnis ist erheblich gestört. Broca Aphasie: Die Sprachproduktion ist unflüssig, dem Patienten fehlt der Zugriff auf die Wörter, die Sprache ist dysgrammatisch, oft wird nur mit Funktionswörtern geantwortet. Das Sprachverständnis ist für einfache Sachverhalte weitgehend erhalten. Globale Aphasie: Die sprachliche Kommunikation ist nahezu unmöglich. Sprachproduktion und Sprachverständnis sind gleich stark reduziert. Amnestische Aphasie: Wortfindungsstörungen bei gut erhaltenem Sprachfluss und überwiegend intaktem Satzbau. Da das Sprachzentrum in unmittelbarer Nähe des Bewegungszentrums liegt, kommt es besonders bei der Broca Aphasie und der Globalen Aphasie zur Unfähigkeit Bewegungen zu planen und auszuführen. Hier sprechen wir von Apraxie Die Behandlung der Aphasie erfolgt syndromspezifisch und wird für jeden Patienten individuell |
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Schluckstörungen (Dysphagie)
Zahlreiche Erkrankungen des Zentralnervensystems (ZNS) können zu Schluckstörungen führen, wobei fast ausschließlich Läsionen des Hirnstammes und des Großhirns eine Rolle spielen. Unter den häufigsten Ursachen seien genannt: Schlaganfall, amyotrophe Lateralsklerose (ALS), die multiple Sklerose (MS), Parkinsonsyndrome, Tumore und Entzündungen des ZNS sowie Schädelhirntraumen.
Folgende Symptome weisen auf eine Schluckstörung hin: Indirekte Symptome: vermehrte Schleimbildung röchelnde Atmung vermehrtes Räuspern unklare Temperaturerhöhungen Direkte Symptome: Husten, Räuspern oder Niesen während der Nahrungsaufnahme Flüssigkeit tritt aus der Nase aus Veränderung der Herzfrequenz Mitbewegungen im Kopf-und Halsbereich laute gurgelnde Schluckgeräusche Therapie: Erlernen von Schluckmanövern, Änderung der Kopfhaltung, Mobilisationstechniken, Anpassung der Konsistenzen auf die jeweilige Störung (Andicken von Flüssigkeiten) |
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Myofunktionelle Therapie (MFT)
Das gestörte Schlucken ist die Indikation für eine Myofunktionelle Therapie. Der Lippendruck kann zu schwach und der Zungendruck zu stark sein. Die Zungenfehlfunktion kann unter Umständen Gebissanomalien zur Folge haben.
Diese entstehen durch einen abnormen Zungendruck zwischen den Zähnen, an den oberen oder unteren Schneidezähnen oder mehr seitlich. Ziel ist die Korrektur oder Verbesserung der Fehlfunktionen von Kau- und Gesichtsmuskeln. Starke Muskeln werden geschwächt und schwache werden gestärkt. Ideal ist eine MFT vor Behandlungsbeginn des Kiefernorthopäden. Dadurch wird die Muskulatur in die Lage versetzt, sich gut an die sich verändernden Bedingungen im Mund anzupassen. Die MFT findet auch Anwendung bei vielen Sprech- u. Sprachstörungen. Wir setzen sie schon ab dem 4. Lebensjahr ein. Die Kinder finden es durchaus normal, auch mit der Zunge und den Lippen vor dem Spiegel zu "turnen".
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Legasthenie (LRS)
Die LRS stellt eine Störung im Erlernen des Lesens und Rechtschreibens dar, so dass die schriftsprachliche Kommunikation längere Zeit erheblich beeinträchtigt oder gar unmöglich ist.
Auffällig sind leseschwache Schüler, bei denen die Leseschwäche ganz aus dem Rahmen ihrer übrigen Schulleistungen fällt. Es lässt sich kein Grund für ihr Versagen finden. Funktionsschwächen, die die Lernfähigkeit hemmen Es ist nicht so, dass die zentrale Fehlhörigkeit das einzige ist, was eine LRS bestimmt. Funktionsschwächen sind durch Tests feststellbar. Hier einige Beispiele: Die optische Wahrnehmungsschwäche Der erste Schritt beim Lesenlernen ist das aufmerkende Wahrnehmen. Es geht darum, seinen Blick bewusst auf einen Buchstaben oder ein ganzes Wort zu richten und bereit zu sein, sich damit zu beschäftigen. Die akustische Differenzierungsschwäche Wer keinen Unterschied hört zwischen Scheune und schöne kann akustisch nicht genügend differenzieren. Lautpaare, die zur Verwechslung verleiten: z. B. d-t, g-d, w-f, t-k, b-p, eu-ö ![]() Die akustische Wahrnehmungsschwäche Die akustische Wahrnehmung erfordert besondere Aufmerksamkeit. Gehörtes verklingt rasch. Die akustische Gliederungsschwäche Es ist ein wichtiger Schritt zur Schulreife, wenn das Kind fähig wird, einzelne Wörter heraus zu greifen und als Gebilde zu betrachten, die es zerlegen und wieder aufbauen kann. Die Konzentrationsschwäche Schreibt nun ein Kind "Schneke", obwohl es die ck Regel kennt, und sieht beim Überprüfen den Fehler nicht, ist das ein zu früh abgebrochener Gedanke. Dies ist die häufigste Erscheinung der Konzentrationsschwäche. Konzentration ist die Fähigkeit, sich längere Zeit ausschließlich einer Sache zu widmen. |
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